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Demokratie ist kein Ponyhof ...

Weltweit erleben wir gerade ein politisches Phänomen, von dem ich persönlich eigentlich dachte, dass es schon überwunden wäre. Aber ich gebe zu, die Zeichen der Zeit entweder nicht erkannt oder (was ich eher befürchte) verdrängt zu haben. Ich spreche von den Orbans, den Kaczyńskis, den Erdogans, einer Tea-Party, den Wahren-Finnen oder der PEGIDA-Bewegung. Aber auch von Tzipras, Grillo und Podemos am linken Spektrum. Personen und Bewegungen die sich aus unterschiedlichen Voraussetzungen in deren Ländern in das politisch-demokratische Gefüge gedrängt haben. Zugegeben die eben erwähnten agieren auf globalen Nebenschauplätzen, doch in Summe und vor allem mit der Wahl von Trump zum zukünftigen US-Präsidenten und dem BREXIT sind die Populisten endgültig ins globale politische Zentrum gerückt. Dazu prognostiziere ich wenig verwunderlich in den kommenden Jahren weitere massive Erfolge der Nationalisten z.B. in Frankreich, den Niederlanden, in Deutschland und natürlich auch in Österreich: oder wie Harald Schmitt einmal so treffend sagte: "in den ganz alten Bundesländern".

Aber es passiert weit mehr als nur, dass sukzessive neue Politikergesichter und Bewegungen an die Hebel der Macht gelangen. Meine Enttäuschung und Erschütterung kommt daher, dass die noch (!!) regierende Nomenklatura es nicht verstanden hat, beizeiten angemessen darauf zu reagieren und diese zum großen Teil nationalistisch-rückwärtsgewandte Mischpoke aus unseren Dörfern zu jagen. Man hat sich verfilzt in einem kapitalistischen Geflecht aus Lobbyismus und Abhängigkeiten. Wir erleben Erbdemokratien á la Clinton, Bush, Kirchner oder Ortega und Parlamente voller studierter Berufspolitiker. Diese verstecken sich hinter verschlossenen Türen und abgehobenen wie weichgespülten Statements. Aus Unwissenheit oder Unvermögen hat man die Finanzmärkte unkontrolliert sich selbst überlassen, während man andererseits begonnen hat den Rest der Gesellschaft zu überreglementieren und zu bevormunden. Man hat die europäischen Banken gerettet und zahlt den Sparern aber keinen Zinsen mehr. Kleinkarierte Landespolitiker haben Steuergelder am internationalen Parkett verzockt und der Steuerzahler darf dafür wieder seine Taschen leeren. Korruption an oberste Stelle im Finanzministerium und ein Schuldbewusstsein geschweige denn Moral sind nicht einmal ansatzweise erkennbar. Der Unterschied zwischen "die da oben" und "wir da unten" wird immer größer und statt auch nur einen Schritt in die andere Richtung zu gehen, sich dem Bürger anzunähern, glauben Politiker inzwischen mit einem aktiven Twitter-Account nahe beim Volk zu sein! Die Kluft zwischen dem was Politiker tun und das was wir von ihnen erwarten, geht immer weiter auseinander. Die Handlungen der gewählten Politiker widersprechen unseren Vorstellungen. Trotzdem man permanent versucht uns jede noch so unwichtige Aktion als große Errungenschaft zu verkaufen, weil man Angst hat bei der nächsten Wahl schon wieder zu verlieren. Die Wahlbeteiligung sinkt europaweit dramatisch und ein Parteibuch zu haben, gilt inzwischen als wirtschaftlicher Nachteil und gesellschaftliche Peinlichkeit. Alles Indizien für die Distanz zwischen Politiker und Volk.

Diese Distanz betrifft nicht nur die Poliktik! Es geht in unseren Firmen weiter: Mitarbeiter die sich vom Management nicht mehr gehört fühlen, Maschinen die die Arbeit ersetzten und deshalb Menschen sich überflüssig fühlen. Auch im persönlichen und privaten Umfeld wird statt wie früher am Stammtisch ein Problem auszudiskutieren, oftmals schon bei Nichtigkeiten ein Gericht angerufen. Versicherungsbetrug, Schwarzgeld, persönliche Vorteilsnahme, Verleumdung - Schlagworte die in unserem täglichen Jargon mehr denn je Einzug gehalten haben. All das zusammen ein Großangriff auf unsere Gesellschaft und auf den Humanismus an sich!

Die Medien sind dann das sprichwörtliche Öl im Feuer und sensationslüsternd reduzieren sie komplexe Verhältnisse auf kurze Headlines. Man akzeptiert Unwahrheiten und auch wenn journalistisch fein säuberlich die Wahrheit recherchiert wurde, bringt das nichts, denn dafür haben die Populisten es geschafft den scheinbar unisono linken Medien den Stempel "Lügenpresse" aufzudrücken. Einst das anerkannt unabhängige Korrektiv zu den politischen Parteien, mangelt es heute in der Bevölkerung großteils sogar um das Wissen um die Wichtigkeit der Pressefreiheit. Breitbart, FOX News oder unzensuriert.at lassen grüßen. Die liberale Journaille tummelt sich derweil auf Nebenschauplätzen und verkennt den totalen Systemwandel - auch bedingt durch die Digitalisierung. Kleiner Nebensatz: die populistischen Parteien haben übrigens die psychologische, kurzweilige Systematik der Sozialen Netzwerke verstanden und nutzen diese im Gegensatz zu den anderen Parteien nahezu perfekt.

Politik, Medien und wir alle stecken fest in einem Geflecht aus Ignoranz, Arroganz und Leichtgläubigkeit aus dem wir so schnell nicht mehr herauskommen. Als die EU sich noch um die Rettung der griechischen Banken gekümmert hat, waren die Flüchtlngs-Lager von Lampedusa schon übervoll. Als die USA in Pakistan nach Osama Bin Laden gesucht hat, sind die Hassprediger in den belgischen Moscheen schon vom IS aktiviert worden. Als in Britannien die Bürger schon massiv gegen Europa schimpften, hat man in Brüssel über die Aufnahme der Türkei frohlockt. Der Wunsch hinkt der Realität wie sooft weit hinterher. Während der eine Teil der Gesellschaft über die globalen Entwicklungen freut oder sich den neuen Herausforderungen stellt, zieht sich der andere Teil zurück und sehnt die gute alte Zeit herbei. Das sich sovieles in unserer Gesellschaft in den vergangenen Jahrzehnten zum besseren entwickelt hat, wird nicht akzeptiert! Bessere Gesundheitsversorgung, mehr Gleichstellung von Frauen, Homosexuellen und Behinderten, weniger Unfälle, weniger Kriminalität, besser Energieversorgung, weniger Kinderarbeit, erhöhte Lebenserwartung uvm.

Derweil haben uns unsere Eltern, unsere Großeltern und inzwischen Urgroßeltern da einen Kontinent aufgebaut, den niemand von uns missen möchte oder wir uns es anders gar nicht mehr vorstellen können. Frieden, die Freiheit zu reisen, zu leben wo wir wollen und jede Menge Geld, welches wir geerbt haben oder vermutlich noch erben werden. Auferstanden aus den Ruinen zweier Weltkriege, geteilt durch einen eisernen Vorhang, mit viel Fleiß und Entbehrungen, haben unsere Vorfahren uns dieses geeinte Europa am Silbertablett präsentiert und wir schaffen es nicht, es ordentlich an die nächste Generation zu übergeben! Wir haben diese Welt ausgelaugt, wir kaufen Dinge die am anderen Ende der Welt produziert werden, wir kümmern uns nicht um die Umwelt, wir verlernen (ohne Smartphone) miteinander zu reden, wir verschließen unsere Türen, bauen Zäune und schoten uns von unseren Nachbarn ab. Und wir lesen nur mehr die Schlagzeilen: Gratulation an alle Leser die bis hierher gekommen sind!

Die Schuldigen für die ganze Misere sind wieder einmal leicht gefunden. Waren es in den 80er-Jahren die Gastarbeiter, in den 90er-Jahren die Ossis und Kriegsflüchtlinge vom Balkan, so sind es heute die Moslems, Schwarzafrikaner oder Mexikaner die in die Festung Europa bzw. USA eindringen. Das allein schon unser neues Konsumverhalten und unsere Ernährungsgewohnheiten diese globale Wanderbewegung mitbeeinflusst haben, wird als Argument weggewischt und man wird als linksliberaler Utopist abgekanzelt. Menschen die sich sozial engagieren werden zum Dank noch als Gutmenschen beleidigt.

Mir ist durchaus bewusst, dass von diesem reichen Europa eine ungeahnte Sogwirkung ausgeht. Wir leben im totalen Wohlstand, haben ein einzigartiges Sozialsystem, wir haben Frieden, Meinungsfreiheit, mehr Nahrung als wir selber essen können, 24-Stunden Strom und trinkbares Wasser aus dem Wasserhahn! Als durchschnittlicher Somali sind all das Dinge von denen Du nicht wirklich zu träumen wagst. Dein somalischer Cousin wohnt bereits in Bochum und hat Dir per Whatsapp davon Bilder und Videos auf dein in China produziertes Handy geschickt! Somit geht der Beleg aber inzwischen schwarz auf weiß um die Welt.

Die somalisch-syrisch-afghanischen Flüchtlinge sind nicht an einem vermeintlichen Niedergang unserer Gesellschft schuld! Genausowenig wie vor 25 Jahren die Bosnier schuld waren oder irgendwann mal die Juden. Damit man das aber versteht, bedarf es ein wenig an moralischem Grundverständnis. Wenn sich ein Land wie Österreich eine Bankenpleite à la HypoAlpeAdria mit Steuergeldern leisten kann oder - ebenfalls mit Steuergelder finanziert - die private Webseite eines ehemaligen Finanzministers um € 220.000, dann können wir uns auch locker die paar Flüchtlinge leisten und die dann so schnell wie möglich als ohnehin fehlende Arbeitskräfte in den Arbeitsprozess integrieren. So wie viele Kroaten, Ungarn oder Türken heute schon bei uns arbeiten und - nicht zu vergessen - Steuern zahlen! Wenn Illegale oder Lumpen dabei sind, haben Sie hier nix verloren. Wer fleißig ist, ehrlich, sich an unsere Gesetze hält, ist jederzeit eingeladen zu bleiben.

Dennoch bleibt der Populismus mit seinen platten, kurzfristigen und falschen Antworten erfolgreich. Seit Jahrzehnten schafft es kein vernünftiger Politiker angemessen auf diese Plattitüden dieser Trickpolitiker zu reagieren! Wäre es nicht an der Zeit hier einmal anzusetzen und zu hinterfragen, warum sich die Gesellschaft so verhält? Warum ein HC Wahlen gewinnt, obwohl keine oder falsche Antworten auf die komplexen Fragen unserer Gesellschaft kommen? Man würde es noch verstehen, wenn die die ihn wählen, von seiner Politik profitieren. Doch bei der FPÖ, der AfD oder dem Front National wird zwar für den vermeintlich "Schwachen" gekämpft, doch wenn an der Macht, dann interessiert sich diese neoliberale Gruppe doch einen Scheiss für den "kleinen Mann". Oder glaubt irgendwer, dass ein Donald Trump sich für den arbeitslosen Metallarbeiter in Michigan oder die afroamerikanische Oma in Louisiana stark machen wird? Hat ein Jörg Haider für den kleinen Mann gekämpft oder sich doch nur auf Kosten der Steuerzahler persönlich bereichert - und seine schmierigen Buberl mit dazu?

Hinter verschlossenen Türen bezeichnen die Populisten ihre eigenen Wähler als "Stimmvieh"! Das sagt viel über die moralischen Wertevorstellungen. Wer sich zu Stimmvieh degradieren lassen möchte: bitte!

Aber bedenkt: Wer sind denn die ersten die durch den sozialen Rost fallen, wenn die Rechten Recken an der Macht sind? Es sind die Schwachen, die Faulen, die Andersartigen und die Kranken: ein Arbeitsloser der jetzt Trump gewählt hat, kann davon ausgehen, dass sein Arbeitslosengeld sich nicht erhöht und mit Abschaffung von Obamacare sollte er es tunlichst vermeiden, in naher Zukunft krank zu werden. Wegen einem Grenzzaun zu Slowenien oder einer Mauer zu Mexiko werden doch die Probleme unserer Gesellschaft nicht gelöst! Wo wären wir denn in Österreich ohne die tausenden rumänischen und bulgarische Frauen die sich um unsere Alten kümmern, ohne die Ungarn die die Gäste in unseren Hotels bedienen oder die serbischen Bauarbeiter an den mitternächtlichen Baustellen, damit wir uns am Tag staufrei bewegen können?

Trump, die AfD oder die FPÖ versprechen den Wählern die Verbrecher aus den Ländern zu jagen. In Wirklichkeit sind die größten Verbrecher die Hedgefonds und gierigen Bankmanager die schamlos die Schwächen des globalen Kapitalismus und der gesetzlichen Kleinstaatlichkeit ausgenutzt und unglaubliche Mengen an Schulden aufgehäuft haben. Jene Schulden für die der Staat - also wir - wieder aufkommen müssen. Es sind multinationale Konzerne die globale Steuerschlupflöcher ausnutzen, während jeder nationale Unternehmer an den staatlichen Abgaben und Regularien verzweifelt. Trump und Co. werden sich hüten hier etwas zu verändern - sie werden das genaue Gegenteil machen und die Regeln zu ihren eigenen finanziellen Gunsten adaptieren! Spätestens dann entsteht eine Plutokratie gegen das Volk!

Anfang der 90er-Jahre war ich mit einem Freund in Kalifornien und wir haben dort ziemlich viele Hispanics getroffen. Schockierend war für uns deren eingeschränktes Weltbild, deren Wissen über die Geschichte, andere Länder oder Politik. Weit vor Zeiten von Facebook-Echo-Kommunikation herrschten einseitiger Medienkonsum und schockierend schlechte Schulbildung. Andererseits trafen wir aber auch ein paar weltgewandte, interessierte, gebildete, weitgereiste und durchaus kritische Leute. Angesprochen auf den Bildungsniveau-Unterschied zu den Mexikanern hat einer dieser "gebildeten" Personen einen für mich prägenden Satz gesagt: "We keep them stupid!" - sprich: gib ihnen schlechte Schulbildung, versorge sie mit dumben Medien - so bleiben wir Eliten unter uns und machen uns die Welt wie wir sie wollen. Die vertrottelten Mexikaner dürfen dafür bei und für uns arbeiten.

Bildung ist ein weltweit gültiges Menschenrech! Nur wenn Menschen Zugang zu Bildung haben, könne sie komplexere Entscheidungen treffen und es entsteht der Drang zu Eigeninitiative. Denn wie soll ein ungebildeter Mensch über so komplexe Dinge wie CETA, globale Ernährungsfragen oder Finanztransaktionssteuern diskutieren können, wenn sein Horizont schon am ehemals Eisernen Vorhang endet? Das Kennzeichen der menschlichen Gesellschaft ist es nun einmal, dass wir die Welt in der wir leben auch verstehen wollen. Die Populisten nutzen unsere Dummheit in diesen Punkten aus und antworten mit Schlagwörtern, Katastrophenszenarien und Hass. Statt das man einen Großteil des eingenommenen Steuergeldes in die Ausbildung der nächsten Generation gepumpt hätte, zahlen Regierungen Unsummen für die Rettung von Banken, den Kauf von Abfangjägern oder die Pensionen von Beamten. Das was heute aus unseren Schulen rausgespült wird, ist (auch verwässert durch mangelnde Integration) eine mittlere Katastrophe. Womit wir in Europa der 2010er-Jahre der oben erwähnten Situation mit den kalifornischen Hispanics um nichts mehr nachstehen. Was wäre möglich gewesen, wenn man statt der Abfangjäger in Schulen und Universitäten investiert hätte? Dann müssten wir uns nicht jedes dritte Jahr über unser Abschneiden bei der PISA-Studie genieren. Während sich in Deutschland und der Schweiz die Ergebnisse kontinuierlich verbessern, hinkt Österreich hinterher und verliert sogar im Ländervergleich. Man hört es nicht sehr gerne, aber vielleicht gar nicht so verwunderlich, dass man sich in Deutschland und der Schweiz Österreicher-Witze erzählt. Aber die Verantwortlichen können sich aus angeblich ideologischen (in Wirklichkeit parteipolitischen) Gründen nicht zu einer längst überfälligen Schulreform durchringen.

Derweil sollte man nicht nur bei uns die Schulbildung entwickeln, sondern wir können ja auch in Nigeria investieren! Warum sollte ein Nigerianer sich auf den lebensgefährlichen Weg über das Mittelmeer machen, wenn er zu Hause alles erreichen kann oder ein lebenswertes, gesundes und sinnvolles Leben vorfindet? Aber wie soll das gehen, solange vor allem in Afrika ein von den christlichen und islamischen Kirchenführern unterstütztes extrem hohes Bevölkerungswachstum herrscht, die Entwicklungshilfegelder im Korruptionssumpf versickern, Frauen zwangsverheiratet werden und Europa mit der Lieferung seiner subventionierten Agrarerzeugnissen die Marktchancen der afrikanischen Kleinbauern zerstört. Dafür braucht es einen radikalen Wertewandel in den betroffenen afrikanischen Ländern: Familienplanung, Geburtenkontrolle, mehr Rechte für Frauen und das alles bedarf wieder Bildung!

Ich schreibe diese Zeilen während unseres Urlaubs hier in Costa Rica. Wir wussten bereits vor der Reise, dass Costa Rica eines der wenigen Länder der Erde ist, die KEIN Militär haben. Das Geld wird dafür in das Gesundheitssystem und die Bildung geleitet. Ein Satz der das ganze auf den Punkt bringt stammt von Miguel einem 40jährigen Nationalparkguide in Tortuguero: "Unsere Armee ist die Schule!"

Und mit dieser Umstellung hat Costa Rica es geschafft - inmitten von korrupten oder wirtschaftlich desolaten Nachbarn - eines der erfolgreichsten Länder der Erde zu werden. Selbiges gilt für Botswana dem erfolgreichen südlichen Nachbarn des hochkorrupten Zimbabwe und noch einigen anderen Ländern auf dieser Erde. Wir brauchen keine Grenzen die uns ohnehin nicht schützen, wir brauchen eine ordentliche Ausbildung. Die Lebensqualität der Menschen in den Ländern von wo aus sie zu uns kommen, muss sich so schnell wie möglich verbessern. Wir haben diese Länder über Jahrhunderte als Kolonien ausgebeutet und es ist an der Zeit, dass wir was von unserem Reichtum zurückgeben. Aber nicht sinnlos Geld nach Afrika schicken, sondern in Bildungsprojekte investieren. Niemand verlässt sein Heimatland und seine Familien wenn es ihm dort gut geht!

Stattdessen die regierenden Politiker uns die Sachen vernünftig erklären, geht man oberlehrerhaft durchs Land und tätschelt unseren Kopf. Ich brauche niemanden der meinen Kopf tätschelt, ich will jemanden haben, der unsere Gesellschaft nach bestem Wissen und Gewissen vertritt. Ich will dass die Besten der Besten in unseren Parlamenten sitzen und dort vernünftig einen gemeinsamen Konsens finden ohne aggressiv aufeinander einzuschreien und nur die eigener Klientel im Hintergrund bedienen zu wollen. Und schon gar nicht will ich, dass mir Politiker auf die so brennenden Fragen der Zukunft mit Konzepten aus der Vergangenheit kommen! Die Linke in Deutschland versucht sich mit Lösungsvorschlägen aus den 70er-Jahre, die FPÖ mit Lösungen aus den 50ern (oder noch 10 bis 20 Jahre früher): beides Käse, denn unsere aktuellen Probleme können nicht mit Antworten aus der Vergangenheit gelöst werden. Selbiges gilt übrigens auch für die Verwaltung und die Strukturen!

Die politischen Vertreter sollen ordentlich für deren Arbeit bezahlt werden, dann wird man auch wieder besseres Personal in die Parlamente bekommen! Ähnlich wie in den USA sollten die Amtszeiten aber temporär beschränkt sein, bevor die nächste Generation das Ruder übernimmt. Politiker müssen aber auch persönlich für alle Entscheidungen verantwortlich sein und mit dem Privatvermögen haften - genauso wie sie selbst über ihre Diäten abstimmen! So entstünden demokratisch legitimierte Manager zum Wohle des Staates und nicht zum Wohle Einzelner. Wobei sch generell die Frage stellt, ob unsere Demokratie in der Form wie wir sie praktizieren, überhaupt noch zeitgemäß ist; wenn Demagogen, Trickpolitiker und Populisten an die Macht kommen, nur weil sie mit oben erwähnten platten Antworten und Aggressivität einen Systemwechsel herbeischreien.

Immer mehr versagt übrigens auch das System der Sozialpartner! Waren in Österreich früher Wirtschaftskammer, Arbeiterkammer oder Gewerkschaften die Vorbereiter des parlamentarischen Diskurses, werden sie heute sogar von deren eigener Klientel belächelt und nur mehr im Bedarfsfall ausgenutzt. Eher sind sie eine weitere willkommene Angriffsfläche der Populisten, um die Korruptheit der Apparatschniks zu dokumentieren. Bezeichnend für mich eine Rede von WKO-Chef Leitl im Juni 2014 im Beisein von Vladimir Putin. In dieser Rede hat Leitl unter anderem gesagt, dass er bereits 2001 und 2007 als WKO-Chef Putin in Österreich begrüssen durfte. Putin kommentierte diese Aussage mit nur einem Wort: "Diktatur". Das dazugehörige VIDEO ist äußerst sehenswert. Inzwischen ist das Video über 2 Jahre alt - Putin und Leitl sind immer noch an der Macht!

In der Geschichte der Menschheit könne wir erkennen, dass Diktaturen, Monarchien, Anarchien, Oligarchien und Demokratien einander stetig abwechseln. Aktuell wandeln sich unsere Demokratien in Plutokratien - sprich die Oligarchie des Geldes - diktiert von multinationalen Konzernen die die Schwächen der nationalen Demokratien und globale Steuerschlupflöcher ausnutzen. Oder noch augenscheinlicher sichtbar, wenn man sich das geplante Regierungsteam von Trump ansieht, der die Milliardäre und Unternehmensriesen gleich direkt mit Ministerposten gesorgt. Ein weiters Phänomen ist, dass nach einem Zusammenschluss von Staaten eine Aufsplittung wieder in kleinere Teile erfolgt und umgekehrt. Ein Beispiel: die Tschechoslowakei zerfällt und die beiden neu entstandenen Staaten schließen sich wenige Jahre später über die Regularien der EU wieder zusammen. Der Zerfall des Sowjetreiches, Jugoslawiens, der vermutliche Austritt Schottlands aus dem United Kingdom und damit der kaledonische Rücktritt vom BREXIT. Die EU wird das nächste Konstrukt sein, welches in seine Einzelteile zerfällt, denn man hat es nicht geschafft die Vorzüge dieses Zusammenlebens den darin lebenden Menschen zu erklären! Man hat sich auf die Großkonzerne und Banken gestützt, statt die Menschen zu erreichen. Merkel, Berlusconi, Cameron, Sarkozy, Faymann und viele andere aktuelle und ehemalige Politiker seit dem Milleniumswechsel werden in die Geschichte der Welt eingehen, als die die diese geniale Idee eines vereinten friedlichen Europas kaputt gemacht haben. Aber nicht weil es schlecht war, sondern weil sie den Konzernen gedient und auf die Menschen vergessen haben. Der Kapitalismus frisst gerade seine Kinder und die Oligarchen teilen sich die Welt nach deren Dafürhalten auf.

Die Demokratie krankt an allen Ecken und Enden, trotzdem - wie man am Beispiel von "Occupy Wallstreet" oder ein paar digital aufmüpfigen Piraten erkennen konnte - sich immer mehr Menschen für Politik interessieren. Es ist eine äußerst explosive Stimmung wenn das politische Interesse steigt, aber das Vertrauen in die handelnden Personen und das System zugleich sinkt. Dann folgt für gewöhnlich der Ruf nach dem "starken Mann" an der Spitze, der für uns die Sache wieder richtet. Damit wird die Demokratie weggeworfen und es kommt ein Diktator der das System abschafft, sich und seine Familie für Generationen installiert, erdogangleich Andersdenkende beseitigt und dann ein Krieg, der alles wieder auf Null setzt. Ich würde uns gerne diesen nächsten Krieg ersparen, auch wenn es der Fauna und Flora gar nicht schaden würde, wenn sich der Mensch selbst von diesem Planeten rausbombt, so beschissen wir uns gegenüber der Natur verhalten. Bis auf ein paar Verrückte ist Krieg das letzte was wir alle wollen! Davon einmal abgesehen bin ich schon gespannt, wer dann die ersten sind, die als Flüchtlinge unsere Länder verlassen und vor allem wer uns dann in welcher Form aufnimmt! Aber soweit soll es bitte nicht kommen.

Auch wenn ich selbst keine Kinder habe, habe ich beschlossen in Zukunft meinen persönlichen Beitrag zur politischen Kurskorrektur zu leisten. Dieses Statement soll der Anfang sein. Ich mag unsere Welt viel zu gern, als das ich sie diesen billigen Populisten kommentarlos überlassen könnte. Aber man muss etwas dafür tun - drüber reden (und einen Blogeintrag schreiben) kann jeder! Man muss aber mit denen reden die anders denken als man selbst. Viele verstecken sich in den bürgerlichen Wohlfühl-Clustern, weil man außerhalb ja mit Hass, Grobheit und Beschimpfungen konfrontiert werden könnte. Viele versuchen sich als Privat-Oppositionelle via Facebook - das ist zu wenig! Aber wer will heute schon den verhassten Beruf des Politikers beschreiten? Da sind ein paar kluge Kommentare auf Facebook oder Twitter ja um so viel einfacher!

Beim Fußball gibt es den Spruch: Tore schießt man nur, wenn man dort hingeht wo es weh tut. Daran werde ich mich jetzt orientieren: ich werde einen Weg versuchen den Populisten oder besser gesagt Trickpolitikern und politischen Rattenfängern öffentlich entgegenzutreten und mit möglichst vielen Personen vernünftig über unserer Welt zu reden: ich denke an Schulen, Kirchen, Altenheime, Vereinsheime uvm. Es ist aber nicht mein Ziel, dass alle so denken müssen wie ich, denn das wäre eine langweilige ausgebleichte Gesellschaft. Aber eine sachliche Diskussion ist dringend notwendig. Allen denen das wie mir ein Anliegen ist, lade ich ein mitzumachen! Es ist dringend an der Zeit, dass wir als Souverän uns unserer Verantwortung wieder bewusst werden und wir Einfluss nehmen auf unsere eigene positive Zukunft: Bildung ist der Schlüssel zum Erfolg!
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