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Digitale Arbeitslosigkeit 4.0

Anlass für meinen heutigen BLOG-Eintrag sind zwei gedruckte Artikel. Einmal vom 19.8.2016 in den Salzburger Nachrichten mit der Überschrift „Tourismusland sucht Personal“ und ein zweiter im Spiegel vom 3.9.2016 unter dem Titel „Mensch gegen Maschine".
In den SN beklagt sich Tanja Schweiger (Direktorin im Hotel Übergossene Alm) sehr berechtigt über die aktuelle Mitarbeitersituation in der Hotellerie – genauer gesagt über die mangelnde Motivation junger Menschen in einem Hotel oder Restaurant zu arbeiten. Trotzdem inzwischen die Gehälter gestiegen, das Umfeld extrem aufgewertet wurde und vor allem die Arbeitszeiten sich zu Gunsten der Arbeitnehmer entwickelt haben, leiden die Hotels unter Personalnot. Viele Hotels haben in den letzten Jahren in Österreich einen immensen Aufschwung bekommen und viel in die Qualität investiert. Doch was bringt das schönste Hotel, wenn kein Koch das Essen kocht, kein Kellern das Essen bringt, kein Putzmädel das Zimmer reinigt, kein Masseur mich massiert und kein Hausmeister die kaputte Glühbirne wechselt? Man könnte sagen: „Der Qualitätstourismus ist in der Sackgasse!“ und ob die aktuellen Flüchtlinge als (billige) Arbeitskräfte so schnell in den touristischen Arbeitsmarkt integriert werden können oder wollen, wage ich zu bezweifeln.
Der besagte Artikel im Spiegel-Magazin konfrontiert uns mit einer radikal anderen Thematik, nämlich, dass die menschliche Arbeitskraft in Gefahr ist, weil Maschinen (Roboter und Coboter) unsere Arbeit ganz einfach übernehmen. Wir alle wissen, wie schon heute Roboter am Fließband agieren und den Menschen ersetzen. Wir können uns vorstellen, dass mittels modernen Technik riesige Mengen an Waren produziert oder geerntet werden.
Wir haben schon davon gelesen, dass Drohnen zeitnah unsere Post zustellen, in der Flugpost vermutlich dann Lebensmittel angeflogen kommen und dass unser Kühlschrank ohne unser zutun die Sachen bestellt. Wir wissen auch, dass 3D-Drucker Produkte erzeugen können und dass Autos sich ohne unser Zutun durch die Strassen bewegen werden. Aber können wir uns schon heute vorstellen, dass Roboter unsere Arbeit als Zahnarzt, Verkäuferin, Rechtsanwalt, Lehrerin oder einem Bauer übernehmen? Können wir uns vorstellen, dass Rechner die Arbeit von Bankern oder Versicherungsmaklern ersetzen?
Dazu reicht die Vorstellungskraft meiner Generation oft nicht wirklich aus! Aber warum eigentlich nicht? Ein Rechner kann Gesetzestexte viel schneller scannen, analysieren, vergleichen und vor allem vergisst der Rechner die Informationen nicht. Ein Richter, ein Staatsanwalt ein Rechtsanwalt, ein Polizist hingegen sind nicht vor den menschlichen Schwächen wie Vergessen, Krankheit und Urlaub gefeit! Brauche wir wirklich einen Banker der uns vorrechnet, wie es um unsere Finanzen steht? Ärzte befragen Datenbanken, um rausfinden zu können, wie es um meinen Körper steht – ergibt sich die kritische Frage: warum entscheidet die Datenbank das nicht selbst?
Wir konnten uns nicht vorstellen, dass Bürojobs einmal gefährdet sind! Aber natürlich ist mein Job als Berater genauso gefährdet wie der eines Richters, der eines Lehrers und der eines Buchhalters. Stellt sich die Frage, was mache ich, der Richter, der Lehrer und der Buchhalter dann, wenn unsere Jobs von einem Rechner übernommen werden?
Und genau jetzt kommt der Artikel der SN wieder ins Spiel, denn es gibt für mich genau eine Branche die nicht von Maschinen ersetzt werden kann: der Tourismus! Denn ich mag es nicht akzeptieren, dass ein Computer mein Essen kocht oder ein Roboter mir das Essen bringt (ausser das Förderband beim Running Sushi)! Ich mag die Kreativität der KöchInnen oder den Schmäh des Kellners. Im Urlaub oder einfach beim Abendessen möchte ich mich mit anderen Menschen umgebe, sei es als Gäste oder als Mitarbeiter. Genau da will ich keine Maschinen um mich haben!
Sohin muss sich Tanja Schweiger nicht wirklich Sorgen machen, denn wenn die Prognose eintritt, stehen viele von uns zeitnah verdrängt durch Computer ohne Job auf der Strasse. Und ich verspreche: sollte mein Job (vor meiner Pensionierung) von einer Maschine wegrationalisiert werden, dann gehe ich als Kellner!
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